Eine Fahrradreise mit Kindern? "Warum nicht?". Nachdem wir, Lea, Gregor und unsere Tochter Ronja aus Berlin, 2 Jahre lang vom einen Ende Amerikas bis zum anderen Ende radelten, folgt nun Teil 2 der Reise. Mit neuem Nachwuchs Mateo erkunden wir ab April 2016 den Süd-Westen Europas.
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A bicycle trip with a child? "Why not?". After we, Lea, Gregor and our daughter Ronja from Berlin cycled from one end of America to the other, the second big adventure is following. With our new family member Mateo we will explore the south west of Europa, starting in April.


Sonntag, 1. Juli 2012

Short visits make longtime friends


Wir sind in Kanada und in vielerlei Hinsicht ändert sich dadurch einiges. Nicht nur der Zeitzonenwechsel und die zu berücksichtigende Helmpflicht für Radfahrer, nein auch die Menschen begegnen uns hier anders als in Alaska. In Alaska wurden wir immer und ständig angesprochen, hier in Kanada sind Radfahrer gewöhnlicher.

Aber zuallererst moechten wir gern etwas zurückspulen um von Ronjas erstem Geburtstag am 20. Juni erzählen zu können. Wir waren so aufgeregt! Der erste Geburtstag des eigenen Kindes, was für ein Ereignis! Für Ronja war es sicherlich nicht im geringsten so aufregend wie für uns. Wir waren auf der Fähre von Juneau nach Prince Rupert und die Szenerie der Inside Passage, Inseln, Berge, Meer, Wale und eine Nacht auf den Liegestühlen des Sonnendecks, mit Motorbrummen im Ohr, begleiteten uns. Wunderbar! Ronja liess sich von dem Brummen so einlullen, dass sie fast ihre Geburtstagsparty verschlafen hätte. Aber dann kam der Augenblick für den obligatorischen und hier keineswegs deplatzierten 'Happy Birthday Song'. 
Im Spielbereich der Fähre ging dann die Fete ab. Leider waren keine weiteren Kinder an Bord, so dass Ronja ihren ersten Geburtstag alleine feiern musste. Das störte sie wenig, denn immerhin hiess es ja erstmal Geschenk auspacken, Kerze auspusten und Kuchen wegputzen. Leider hat sie das mit der Kerze falsch verstanden und anstelle zu pusten versuchte sie die Flamme mit ihren Fingern auszudrücken. Autsch! Eine Lebenserfahrung gratis zum ersten Geburtstag. An ihrem Ehrentag liessen wir sie gewähren wie sie wollte und verwöhnten sie richtig. Aber ihr Geburtstag machte uns auch klar, dass wir weit weg von ihren Freunden und unserer Familie sind. Sicherlich wäre es noch schöner gewesen wenn wir dort oder sie hier gewesen wären. Das stimmt uns etwas traurig, aber es werden ja noch weitere Geburtstage folgen an denen man das nachholen kann.

Die Fähre machte dann noch in Ketchikan für 6 Stunde Pause und das gab uns die Möglichkeit uns von Alaska zu verabschieden.Der nächste und letzte Stopp unserer Fährfahrt war dann schon Prince Rupert in British Columbia, Canada.

Ronja war noch so aufgedreht von ihrem Geburtstag, dass sie erst um 11 Schlaf finden konnte. Leider mussten wir schon um 2:30 morgens die Fähre verlassen. Da wir von diesem Fakt etwas überrascht wurden und kein Zimmer in Prince Rupert hatten, machten wir eine kleine Nachtfahrt. Ronja musste ohnehin schlafen und wir fuhren wie die Weltmeister in den Morgen hinein. Es war eine grossartige Tour. Mit der Dämmerung wurde es immer mystischer um uns und die Wolken hingen tief in den Tälern. Ueberfluessig zu erwähnen, dass es regnete. Es war zauberhaft und roch frisch und erdig. So radelten wir fast 60km, erst durch ein paar Berge und dann immer am Ufer eines mächtigen Fjordes entlang. Und dann kam endlich die Sonne.

Es rollte gut, Rückenwind und Sonne halfen uns. Nach über 90km hielten auf einem Campingplatz, auf dem wir noch nachträglich mit reichlich Geburtstagstorte für Ronja beschenkt wurden.

Seit dem ist nun eine Woche vergangen und wir bewegen uns mit grossen Schritten Richtung Osten. Wir sind fit und haben hier grosses Glück, nicht mit dem Wetter, aber mit den Menschen.
Wir mussten bisher nur wenig Zelten, da wir immer wieder in private Häuser eingeladen wurden,
So bei Matt und Amy in Terrace von Warmshower (warmshower.org). Eine leidenschaftliche Radlerfamilie, die selber überlegen auf grosse Tour mit ihren beiden Kindern Finlay und Liam zu gehen. Eventuell treffen wir sie auf unserer Reise noch einmal wieder. Oder Mark und Marie aus Smithers. Mark wollte eigentlich nur Bananen im Supermarkt kaufen gehen und kam mit einer reisenden Familie zurück. Er quatsche uns an und lud uns nach einem kleinen Plausch zu sich nach Hause ein. Er ist selber viel gereist und möchte nun Teil von anderen Reisenden sein und etwas zurück geben. Hamburger, Bier und Whirlpool, dass ist nun wirklich besser als Zelten im Regen! Zusätzlich hat Marc uns noch an eine Familie in Houston vermittelt. Wir, vorallen Ronja, haben einen sehr schönen Abend mit Georgie, Kelsey, Fynn und Mila verbracht. Endlich wieder Spielkameraden fuer Ronja.
Als wäre das nicht genug Verwoehnung gewesen, wurden wir  am folgenden Tag auf dem Highway angehalten und gefragt, ob wir einen trockenen Platz zum schlafen suchen. JA! So endeten wir zusammen mit anderen Radreisenden in einer Bungalowsiedlung am Rande von Telkwa. Wieder einmal DANKE warmshower! Auch hier wurden wir auf Bier, Kuchen und Eis eingeladen und machten eine "Microparty". Emmalee und Joe aus Buffalo, die lustigerweise auch am 20.08.2011 geheiratet haben, sind gerade auf einer einjährigen Fahrradtour durch alle Staaten der USA. Sie sind gerade auf dem Weg nach Alaska und kommen aus der Richtung in die wir fahren. Wir konnten uns gegenseitig mit heissen Tipps und Geschichten versorgen. Im September treffen wir sie in Vancouver wieder und dann wollen wir eventuell bis Portland gemeinsam fahren.


Das Abenteuer geht weiter und wir haben ein Menge Spass.
Jetzt geht's aber wieder ab ins Zelt. 

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We are in Canada and things are changing in many ways. Not only the time zone change and the helmet law for cyclists, also the people we encounter here are different than in Alaska. In Alaska, a lot of people came and asked us who we are and what we are doing here in Canada cyclists are more common.

But first we would like to tell about Ronja's first birthday on June 20th. We were so excited! The first birthday of our own child, what an event! For Ronja it was certainly not as exciting as it was for us.  We were on the ferry from Juneau to Prince Rupert and the scenery of the Inside Passage, islands, mountains, the sea, whales and a night on the sun deck, with motor humming in the ear, accompanied us. Incredible! 
We went to the play area of ​​the ferry and had our little birthday party. Unfortunately there were no other children on board, so that Ronja had celebrated her first birthday alone. It didn't bother her a lot because it was time to unwrap gifts, to blow a candle out and to eat a whole muffin. Unfortunately, she has misunderstood to blow the candle and tried to blow out the flame with her  fingers. Ouch! A life experience for free for her first birthday. We spoiled her on her first birthday and had a good time but we were also little sad of being far away from our friends and family. Surely it would have been nicer if we were there or they would have been here. But there are still more birthdays where we can make up for it.

The ferry took a brake in Ketchikan for 6 hours and that gave us the opportunity to say goodbye from Alaska. The next and last stop of our ferry was then already Prince Rupert, British Columbia, Canada.

Ronja was so excited about her birthday that she fell asleep at about 11. Unfortunately we had to leave the ferry at 2:30. Because we were somewhat surprised by this fact and had no room in Prince Rupert, we did a little night ride. Ronja had to sleep anyway, and so we cycled into the morning like some world champion. It was a great ride. At dusk it became mystical and the clouds hung low around us in the valley. We don't have to mention that it rained. It was magical and smelled fresh and earthy. So we biked nearly 60km, along a few mountains and the banks of a mighty fjord. And finally the sun came out.

It rolled good and the tailwind and sun helped us. After more than 90 km we stopped at a campsite where we were still blessed with plenty of birthday cake for Ronja.

Since then a week has passed and we are moving forward. We are quite fit and have not much luck with the weather, but with the people we meet.
We did not put up our tent very often because we were invited in private homes a few times.
We stayed with Matt and Amy in Terrace from warm shower (warmshower.org). Passionate cyclists themselves. They are also thinking of going on a bicycle tour with her two children, Liam and Finlay. We may meet them again on our way again. Or Mark and Marie from Smithers. Mark wanted to buy groceries at the supermarket and came back with a traveling family. He asked us about our trip and invited us to his home immediately. He himself has been traveling a lot and would like to be part of other travelers and give something back. Hamburgers, beer and hot tub that is really better than camping in the rain! In addition he gave us a contact in Houston. We spent a great evening with Georgie, Kelsey, Fynn and Mila. Especially Ronja was happy to play with some kids again.
As this would not have been enough spoiling we were stopped on the highway and asked if we are looking for a dry place to sleep. YES! So we ended up with other bike travelers at some cabins near by Telkwa. Thanks again Warmshower! Again, we were invited to beer, cake and ice cream and made a "micro party". Emmalee and Joe from Buffallo, who also married on August 20th, 2011, are on a year-long bicycle tour of all the States of the United States. They are on their way to Alaska and come from the direction in which we are traveling now. We shared stories and hot tips. In September, we meet them again in Vancouver and then we might travel together to Portland.

The adventure continues and we have a lot of fun.
It's tent time again!

Kommentare:

  1. stundenlang könnte ich eure reiseberichte lesen......

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  2. In der Tat.

    Aber schreibt doch einmal etwas ueber das Reisen mit einem Baby. Wie klappt das? OK, man wird wahrscheinlich mehr Pausen machen muessen und Riesenabschnitte duerften auch nicht drinnen sein.

    Aber ansonsten?

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  3. Hey Travel Nerd, auch interessiert am Reisen mit Kind?
    Naja wie sollen wir sagen, wie reist man denn ohne Kind auf dem Rad? Wenn wir unsere Reise mit anderen Radreisenden (ohne Kindern) vergleichen...sie radeln meist länger am Tag...entspannen sich vielleicht mehr in ihren Pausen und ...muessen keine Windeln wechseln. Also ich würde es als unkompliziert beschreiben, muss aber auch sagen, dass Ronja eine perfekte Reisebegleitung ist. Jedes Kind ist anders, das darf man nicht vergessen! Es gibt Eltern, die es hassen, mit ihren Kindern zu reisen, wir lieben es.
    Ronja wacht nach jedem Schlaf woanders auf und es macht ihr nichts aus, sie lernt fast jeden Tag neue Leute kennen und auch das macht ihr (denken wir) nichts aus.
    Wir können wie gesagt meist nicht mehr als 3-4 Stunden am Tag radeln und sind abends natürlich etwas unflexibler, da Ronja schlafen muss. Aber ist das anders zu Hause? Also für uns ist es Wie das Eltern-da-sein Zuhause, nur eben unterwegs. Hat das deine Frage etwas beantwortet?
    Liebe Grüße,
    Lea

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